Nach Fernreise auf Philippinen geht es im nächsten Jahr ins Nachbarland

Das Berleburger Literaturpflaster freut sich in diesem Jahr über 1300 Besucherinnen und Besucher. Warum viel dafür spricht, dass der Erfolg im kommenden Jahr noch größer ausfällt

Silvia Becker (l.) und Tabea Bender von der Berleburger Buchhandlung MankelMuth haben auch schon im Jahr vorm Literaturpflaster-Land Tschechien Werke mit einem Bezug zu unserem südöstlichen Nachbarland. (Foto: Jens Gesper)

Bad Berleburg. Rund 1300 Menschen besuchten Lesungen und Ausstellungen, Kinofilme und Kochkurse, Vorträge und Workshops im Rahmen des Literaturpflasters „Philippinen“. Diese Zahl liefert Rikarde Riedesel, Abteilungsleiterin für Kultur und Erwachsenenbildung der Stadt Bad Berleburg. Niedriger als beim beeindruckenden Vorjahres-Triumph mit dem deutschen Sehnsuchts-Ziel Italien, aber für solch ein exotisches und weit entferntes Land wie die Philippinen doch ein guter Erfolg.

Im kommenden Jahr ist das Gastland der Frankfurter Buchmesse und damit auch des Berleburger Literaturpflasters wieder ein europäisches. Kai Winterhoff, Kino-Betreiber im Neuen Capitol Bad Berleburg, ist sicher, dass es für ihn 2026 leichter sein wird, ein Film-Programm zusammenzustellen.

Die Philippinen seien eben kein Filmland, so Kai Winterhoff, er habe von dort gerade mal einen Film gefunden, den es auf Deutsch gab. Da sei Tschechien fürs nächste Mal eine ganz andere Hausnummer.

Man kenne in Deutschland noch von früher die Barrandov-Studios in Prag mit ihren Film-Produktionen für Kinder. Kleinere Probleme erwarte er höchstens, weil ältere Lizenzrechte für die Film-Klassiker bei Privatleuten oder kleineren Verleihfirmen liegen könnten. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ werde er auf jeden Fall beim Literaturpflaster zeigen.

Das Fazit für die Philippinen fällt trotz niedriger Kino-Besucherzahlen bei Kai Winterhoff erstaunlich gut aus: Man sei gern beim Literaturpflaster dabei, einfach um die wichtige Reihe zu unterstützen. Für ihn selbst sei es spannend gewesen, eine ganz andere, unbekannte Welt zu entdecken.

Bettina Born, zweite Vorsitzende der Kulturgemeinde Bad Berleburg, zieht ihr Fazit so: „Wir haben immer Perspektiv-Wechsel in unserem Angebot, aber in diesem Jahr gab es so viel zu erleben – von Klima, Menschenwürde, der Geschichte des Landes bis hin zu den beeindruckenden Bildern der Multivision.“

"Man hat viel über das Volk dort gelernt."
Silvia Becker von der Buchhandlung MankelMuth

Tabea Bender und Silvia Becker von der Buchhandlung „MankelMuth“, die wieder bei fast jeder Veranstaltung mit einem Büchertisch vertreten war, sind immer noch begeistert. Von den sehr guten Autorinnen und Autoren und deren wunderbaren Bücher, die sie ohne das Literaturpflaster niemals kennengelernt hätten. „Ich fand‘s klasse“, freut sich Tabea Bender.

Begeistert aber auch von den spannenden Vorträgen, wie Silvia Becker ausführt: „Man hat viel über das Volk dort gelernt.“ Ein Volk, das sich trotz politischer Probleme, krimineller Korruption und verheerender Naturkatastrophen nie in Verbitterung flüchte, sondern stets seine Hoffnung bewahre.

Der Literaturpflaster-Bücherverkauf sei für „MankelMuth“ diesmal durchschnittlich gewesen, das werde beim europäischen Land Tschechien wahrscheinlich anders. Wobei die Buchhandlung selbst das kostenlose Lesen in der Stadtbücherei unterstützt. Alle auf dem Literaturpflaster behandelten Bücher von den Philippinen hat sie der Bibliothek gespendet. Diese können dort jetzt ausgeliehen werden.

Der Dritte Ort, so die offizielle Bezeichnung für die Stadtbücherei, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen Veranstaltungsort des Literaturpflasters gemausert.

Rikarde Riedesel freut sich dabei über die derzeit laufende finanzielle Unterstützung von Veranstaltungen im Dritten Ort durch das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Wobei sie auch darauf hinweist, dass neue Sponsoren und Veranstaltungsorte immer willkommen sind.

"Wir haben immer Perspektiv-Wechsel in unserem Angebot, aber in diesem Jahr gab es so viel zu erleben."
Bettina Born, zweite Vorsitzende der Kulturgemeinde Bad Berleburg

Im Dritten Ort wurde gelesen und vorgetragen – und außerdem auch gezeichnet. Die Graphic-Novel-Workshops hier für Achtklässler von Realschule und Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) seien diesmal ihr persönliches Highlight gewesen.

„Der Dritte Ort ist ein idealer außerschulischer Lernort mit viel Platz.“ Außerdem hätten der Schriftsteller Paolo Herras und der Zeichner Jerico Marte das Angebot perfekt ausgestaltet, die Jugendlichen in ihrem Alltag abgeholt.

„Den Schülerinnen und Schülern haben die Workshops zur Graphic Novel sehr gut gefallen“, ist sich auch Christiane Biechele, sowohl im Literaturpflaster-Team als auch JAG-Lehrerin sicher. Leonie Reis, neues Mitglied im Team der Veranstaltungsreihe und Mitarbeiterin der Volksbank Wittgenstein, berichtet ebenfalls von großem Interesse an der Graphic-Novel-Ausstellung „Die Straßenkatzen von Manila“ in dem Kreditinstitut.

Von Jens Gesper


Siegener Zeitung (27.12.2025)
Internet: www.siegener-zeitung.de
Bildquelle: Foto von Jens Gesper

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